Sanierung und Nutzbarmachung nach teilweise jahrzehntelangem Leerstand

Mit der Erweiterung des Landratsamts in Görlitz werden bislang im Landkreis verstreute Ämter konzentriert. Der 2-geschossige Neubau mit Tiefgarage im Blockinneren verbindet das bestehende Amt und die denkmalgeschützten Gründerzeit-Wohngebäude, die zu Büroflächen umgebaut mit einbezogen wurden.
Die funktionale und anpassungsfähige Konzeption für den Neubautrakt formuliert ein eigenständiges städtebauliches Ensemble. Die durch eine Brücke untereinander verbundenen beiden Neubauteile führen mit weiteren fünf schmalen Verbindungsbauten in die Bestandsbauten. Zwischen den fertig gestellten Blockrändern und den polygonalen 2-geschossigen Rohbauten sind die Höfe und der große Amtsplatz in der Mitte sichtbar. Die luftige Stahlbeton-Skelett-Konstruktion wird mit Fensterbändern, außenliegenden Sonnenschutzelementen und vorgehängter Fassade den Anforderungen einer zukunftssicheren Verwaltung gerecht. Die Retentionsdächer werden begrünt, die verglasten Atriumhöfe durch PV-Elemente verschattet.

Auf Grund der Hochwassergefahr in der Tiefgarage wurde diese mit einem nach unten offenem Bodenbelag (Betonpflaster) ausgestattet, so dass Grundwasser, welches in Extremfällen eindringen kann, sich genauso wieder zurückzieht. Hochwertig genutzte Räume (u.a. Rechenzentrum) im UG sind wasserdicht (Weiße und Braune Wanne). Das mittels Streifen- und Einzelfundamenten gegründete aufgehende Gebäude wurde in monolithischer Stahlbetonbauweise gefertigt. Aus gestalterischen Gründen sind die Stützen im OG und EG äußerst schlank ausgebildet.

Die Verbindungsbrücke sowie die Verbinderbauwerke zu den umliegenden sanierten Gründerzeithäusern sind Stahlkonstruktionen.

Meldung zum Projekt: 06/2024