ENGELBACH + PARTNER  
   
             
             
Projekte / Nutzung / Museen / Albrechtsburg Meissen  
 
 

ALBRECHTSBURG MEISSEN
Download als PDF

Bauherr: Freistaat Sachsen, vertreten durch
Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien-
und Baumanagement
Niederlassung Dresden I
Königsbrücker Straße 80
01099 Dresden
Architekt: Schubach und Klose, Dresden
Architekturbüro Anwand, Dresden
Architekturbüro Donath, Wilsdruff

Baugeschichte
Unter Leitung von Arnold von Westfalen wurde auf dem Burgberg oberhalb der Stadt Meißen 1471 mit dem Bau der Albrechtburg begonnen, welche in ihrer Grundbausubstanz und Struktur nahezu identisch erhalten blieb. Das Gebäude gründet sich auf Fundamenten von Vorgängerbauten, schiebt sich aber teilweise über diese, in Richtung Tal hinaus. Eine Besonderheit des Gebäudes ist der Verzicht von bis dahin üblichen und notwendigen Strebpfeilern zur Aufnahme des horizontalen Gewölbeschubes. Arnold v. Westfalen verstärkte hingegen die Außenwände zur Gebäudeinnenseite hin, um mehr Auflast zu erhalten, welche die Resultierende des horizontalen Gewölbeschubes in senkrechte Richtung überdrückt, so dass die Standsicherheit gewährleistet ist.
Der erste Bauabschnitt mit Südflügel und dem ersten Teil des Mittelbaus konnten 1478 abgeschlossen werden. Bis 1483 wurde der Mittelbau komplett einschließlich Kapellenturm und kleinem Wendelstein, bis 1489 Westflügel und Nordflügel in seiner äußeren Gestalt errichtet. Nach einer Pause erfolgten von 1520-1525 der Innenausbau einschließlich Deckeneinwölbung über dem 2.OG.
Dem folgten Zeiten unterschiedlicher Nutzungen, des Leerstandes, der Verwahrlosung und Schädigungen während des 30-jährigen Krieges, bevor das Gebäude von 1710-1863 die Porzellanmanufaktur beherbergte. Diese Zeit war geprägt von einem großen Brand 1773, Schädigungen durch Produktion bzw. Produktionsgerät und sparsame Instandsetzungen.
Von 1864-1870 erfolgten umfangreiche Sanierungen, um das Gebäude für die Öffentlichkeit als Museum zugänglich zu machen.
Bis Anfang der 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden nur notwendigste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, so dass das ab ca. 1998 das Gebäude abschnittsweise grundhaft saniert wird. Nach Abschluss der noch ausstehenden Baumassnahmen werden wieder alle Geschosse für eine zeitgemäße und bauwerksverträgliche Museumsnutzung sicher zugänglich sein.

Tragwerksrelevante Baumaßnahmen ab 1998

Ausbau und Sanierung Wendelsteinkeller

Bisher ungenutzte Bereiche des 1.Untergeschosses unter dem Großen Wendelstein wurden bautechnisch und haustechnisch so hergerichtet, dass in diesen Räumlichkeiten vielfältige Veranstaltungen stattfinden können. Insbesondere der Einbau der Lüftungstechnik im Fußboden, teilweise über Gewölben des 2.Untergeschosses bzw. im Gründungsbereich oder bei Bauteildurchdringungen erforderten örtliche Präsenz und kurzfristige Entscheidungen.

Sanierung Dachtragwerk und Decke über 3.OG

Zahlreiche Konstruktionshölzer und deren Verbindungen waren u.a. durch den Echten Hausschwamm total zerstört. Deformationsschäden und teilweises Bauteilversagen waren erkennbar.

 
Zerstörter Dachfußpunkt   „Schwellenkranz“ Kapellenturm

Außerdem wurden improvisierte Sanierungskonstruktionen, welche auf Grund von Materialengpässen vergangener Jahrzehnte nur so ausführbar waren, jedoch u. a. bauphysikalische Mängel aufwiesen, rückgebaut.
Das Sanierungsziel bestand in der Herstellung des Dachstuhles in seiner ursprünglichen intakten Konstruktionsform, Anschuhungen und Auswechslungen sollten nach Möglichkeit mit traditionellen Zimmermannstechniken ausgeführt, bzw. z.B. notwendige Stabdübelverbindungen entsprechend abgedeckt werden. Weiterhin sollten notwendige Rückschnitte auf ein Mindestmaß begrenzt werden, was in einigen Bereichen Sonderverfahren beim Holzschutz und der Instandsetzung (z.B. BETA-Verfahren) erforderlich machte.

 
Sparrenanschuhungen Dachraum Mittelbau während der Sanierung
     
 
Neuer Schwellenkranz und
Sparrenfußpunkte Kapellenturm
Deckenuntersicht Mittelbau
 
   
BETA-Verfahren    

Statisch-konstruktive Sicherung Gesamtgebäude

Ausgehend von Risskartierungen, Materialproben und weitergehenden
Untersuchungen kristallisierten sich 7 Bereiche heraus, welche über die einzelnen Etagen hinaus gleiche, in ihrer Intensität jedoch unterschiedliche Schäden bzw. Schadensmerkmale aufwiesen. Diese Schadensschwerpunkte wurden weiter näher untersucht und bewertet.
Die daraus abgeleiteten baulichen Maßnahmen dienen der Sicherung und Stabilisierung des derzeitigen Zustandes bzw. sind Ertüchtigungen, um die Tragfähigkeit weiterhin zu gewährleisten. Letztgenannte Maßnahmen sind insbesondere notwendig beim Westgiebel, in Teilbereichen des Nordflügels und beim Kapellenturm.

 
Sanierung teileingestürztes und deformiertes
Entlastungsgewölbe im 3.OG
 
 
1961 Säulenversagen im 1.OG des Kapellenturmes   Bereich Kapellenturm Zustand 2006

 

 
 
 
 
Impressum